Diese zwei Dinge haben alle Autoimmunerkrankungen gemeinsam

Verena Faßbender Rheumacoach – Lifecoach – Fachberaterin für Ernährungsmedizin

Auch wenn es mittlerweile unübersichtlich viele Autoimmunerkrankungen mit den verschiedensten Symptomen gibt, so hat man aber dennoch zwei Dinge festgestellt, die in allen Fällen übereinstimmen.

Geringer vagaler Tonus

Zu aller erst verfügen Menschen mit Autoimmunerkrankungen über einen geringeren Tonus im Vagusnerv, dem größten unserer 12 Hirnnerven.  Er ist Teil des Parasympathikus und wird aus dem Unterbewusstsein heraus gesteuert. Seine Aufgabe ist es, unseren Körper nach Stresserfahrungen zu beruhigen. Je nach Tonusstärke dieses Nerves ist dieser gut oder eben nicht so gut in der Lage Entzündungen im Körper zu regulieren. Dieser kann über die Herzschlagvariabilität gemessen werden. Ein hoher Tonus kann den Glucose Spiegel (dieser steht ebenfalls in engem Zusammenhang mit Entzündungen) im Blut sehr leicht regulieren. Generell ist er dafür zuständig die Kommunikation innerhalb unseres Körpers aufrecht zu erhalten und dafür zu sorgen, dass Entzündungs- und Krebszellen unter Kontrolle gebracht werden. Ist dies der Fall, schaltet er das Immunsystem ab um inflammatorische Proteine abzubauen. Wenn der Tonus des Nervs jedoch niedrig ist bedeutet dies, dass dieses Konzept nicht mehr funktioniert und Entzündungen ausufern können, sprich Autoimmun- oder andere Erkrankungen entstehen können.

Entzündung ist immer die Reaktion des Körpers auf Stress.

Dabei unterscheidet man dabei nicht zwischen unterbewusstem und bewusstem Stress. Der unterbewusste Stress, ausgelöst durch Verletzungen aus der Kindheit wie Ablehnung, Demütigung, Vertrauensbruch, Verlassenwerden und Ungerechtigkeit, sind dafür verantwortlich, dass wir Situationen im Außen erst als stressig empfinden. Wir haben uns nämlich unterbewusst Schutzstrategien angeeignet, um diese Schmerzen nicht mehr zu spüren zu müssen. Unterdrückte Gefühle seit vielen Jahren lösen ständig unterbewusst Stress aus und kostet auch wahnsinnig viel Enerige.

Der Vagusnerv hat die Macht

Hemmt dieser Stress den Vagusnerv, hemmt er damit auch die Verdauung, die Magensäurebildung, die Verdauungsenzyme und das Darmimmunsystem. Wenn ein Entzündungsprozess im Körper länger anhält als er gebraucht wird, weil dieser Nerv nicht mehr in der Lage ist diese zu regulieren, werden Körperteile in Mitleidenschaft gezogen.

Das kann der Vagusnerv noch

Die Tonushöhe des Vagusnervs bestimmt außerdem über die Laune, Energie und Motivation eines Menschens. Wenn der Tonus hoch ist, so ergibt sich eine Positivschleife und auch die innere Stimmung steigt stetig an. Bei einem niedrigen Tonus wiederum ist das Gegenteil der Fall. Zusätzlich löst natürlich die dadurch unregulierte Entzündung Müdigkeit aus.

So kannst Du den Tonus steigern

Um den Tonus zu erhöhen und um seine Wirkung zu verbessern kann man mehrere Dinge tun: Zu den schönsten Dingen gehört laut singen und sich mit positiven Dingen wie z. B. Dankbarkeit (das war wir jeden Sonntag in meiner Facebookgruppe um 11 Uhr machen) zu umgeben. Eine andere Methode ist kalt zu duschen, lange und intensiv zu gurgeln, mit Spachteln den Würgreflex zu trainieren, eine andere Atmung (in Ruheposition lange Ein und lange Ausatmen) zu praktizieren, sowie aber eine Kieferregulierung beim Zahnarzt vorzunehmen.

Leaky- Gut-Syndrom als Folge eines geringen vagalen Tonus

Eine zweite Sache die Menschen mit Autoimmunerkrankungen verbindet, ist ein durchlässiger Darm. Mit Sicherheit hast Du schon mal von einem „Leaky-Gut-Syndrom“ gehört, dies ist die englische Bezeichnung dazu.  Auch dieser Defekt liegt vor, bevor eine Autoimmunerkrankung oder eine andere Entzündung tatsächlich entsteht und ist gleichzeitig das Resultat aus dem niedrigen Tonus des Vagusnervs, der das Darmimmunsystem senkt. Zusätzlich gibt es aber hier die Besonderheit, dass ein durchlässiger Darm auch durch die Einnahme von Medikamenten wie Kortikoide, sprich Cortison und nicht steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Aspirin, Infektionen sowie falsche Ernährung verursacht wird, aber durch laufenden Stress und falsche Ernährung nicht heilen kann.

Doch was hat es mit dem Darm eigentlich auf sich?

Viele machen oft ein Bogen drum herum, da es sich um ein angeblich „unsauberes Organ“ handelt. In Wirklichkeit aber ist es das gründlichste und sauberste aus unserem Körper, wenn wir ihn denn lassen. Der Darm ist außerdem das größte lymphatische Organ unseres Körpers. Vereinfach dargestellt kann man sich den Verdauungsprozess so vorstellen als würde eine schützende Röhre durch unseren Körper verlaufen in die das Essen zur Nahrungsaufnahme rein gegeben wird und am Ende wieder ausgeschieden wird.  In dieser „Röhre“ wird unsere Nahrung in kleinere Bestandteile zerlegt: Säuren und Verdauungsenzyme aus Zellen der Magenschleimhaut, Gallensalze, Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse sowie intestinale Mikrobiotika (gute Darmbakterien) spalten Proteine in Aminosäuren, Fette in Fettsäuren und Kohlenhydrate in Monosaccharide auf.  Anschließend können dann im Dünndarm die daraus stammenden Nährstoffe in das Blut übergehen.  Dies geschieht indem sie durch spezielle Darmzellen ins Körperinnere transportiert werden. Es handelt sich dabei um eine sehr dünne Schicht Enterozyten, die dafür Sorge tragen, dass Unverdauliches zusammen mit abgestorbenen Darmbakterien ausgeschieden wird anstatt ins Köperinnere zu gelangen. Dies ist die einzige Schicht, die den Darm und das Körperinnere voneinander trennen.

 

Doch wie funktioniert das Ganze?

Man kann sich das so vorstellen als würden ganz viele „Türsteher“ an der Darmwand stehen. Diese nennen sich Immunzellen und schützen uns vor ungebetenen Gästen bzw. Pathogenen. Außerdem begleitet sie ein Netz aus Blut- und Lymphgefäßen, die die aufgespaltenen Nährstoffe aus der Nahrung je nach Bedarf zu den verschiedenen Gewebearten unseres Körpers transportieren.

Ein durchlässiger Darm entsteht, wenn einzelne Darmzellen oder Gruppen bzw. die Tight Junctions, geschädigt sind.

Es entstehen dann wie in einem Sieb mikroskopisch kleine Löcher und der Darminhalt aus unverdauten Proteinen, Bakterien, Bakterienfragmenten aus dem Darm, infektiösen Organismen aus dem Darm, toxischen Substanzen oder Abfällen gelangen in den Blutkreislauf, das lymphatische System und zu den Immunzellen. Genauer gesagt sehen die Prozesse der Darmschädigung wie folgt aus: Entweder indem sich Proteine an Trägermoleküle im Bürstensaum (erste Schicht der Darmoberfläche) binden und die Darmzellen dazu bringen die Barriere zum Körperinnen zu überwinden.  Es gibt aber auch Proteine, die die Darmzellen irritieren und schädigen. Anderen wiederum üben Einfluss auf die Bindung zwischen Darmzellen aus.

Wenn bestimmte Proteine aus Nahrungsmitteln in den Dünndarm gelangen wie z.B. Prolamine, Agglutinine und Saponine, die reichlich in Getreide, Hülsenfrüchten und Nachtschattengewächsen vorhanden sind, sterben Darmzellen ab und hinterlassen ein Loch. Kommt es zu einem massiven Absterben dieser Zellen aufgrund von dauerhaftem Stress, schweren Infekten sowie dem stetigen Konsum von Nahrungsmitteln mit den o.a. Proteinen oder bei Darmdysbiose, kann der Körper die Schäden nicht mehr reparieren.

Außerdem kommt es zu einem Verlust der Zellpolarität und die Darmöffner (Tight Junctions) können nicht mehr zwischen „Körperseite“ und „Darmseite“ unterscheiden. Dies ist gleichzeitig eine Krebsvorstufe. Es gibt viele Möglichkeiten die Junctions zu öffnen, da dies ja ihr normaler Job ist und sie nicht statisch sind. Problematisch wird es daher wenn sie offen bleiben und neben dem Darminhalt, der im Köper landet, auch vermehrt Zellen absterben.

Verantwortlich für die Öffnung der Junctions ist Zonulin

Sobald dieses ausgeschüttet wird, öffnen sich die Tore. Die Ausschüttung von Zonulin wird u.a. durch das Protein Gluten provoziert.  Daher kann eine erhöhte Zonulinproduktion im Stuhlgang auf ein Leaky Gut verweisen.

Entscheidend für die Immunantwort ist außerdem wie viel und was aus dem Darm austritt

In Folge erkennen Immunzellen die unverdauten Proteine und andere Stoffe als Eindringlinge und aktivieren weitere Immunzellen als Immunantwort. Tritt eine größere Menge Pathogene aus, beteiligen sich andere Organe, insbesondere die Leber, an der Immunantwort und lösen Entzündungen im ganzen Körper aus. Das Immunsystem läuft auf Hochtouren. Entscheidend für die Immunantwort ist außerdem wie viel und was aus dem Darm austritt. Je nach Schädigung des Darms und den Substanzen, die austreten, kann das Leaky Gut und seine Folgen große Bandbreiten an Gesundheitsbeschwerden inklusive lebensgefährlicher Autoimmunreaktionen auslösen.

Bakterienfragmente und Toxine verursachen eine generalisierte Entzündung und sind nicht zielgerichtet

Hier kann jede Körperzelle Opfer sein. Toxine werde im Normalfall von der Leber herausgefiltert, bei einem Leaky Gut ist diese aber überfordert. Die Entzündung weitet sich so weiter aus und veranlasst das adaptive Immunsystem sich an dem Angriff zu beteiligen. Dieser Prozess kann neben Autoimmunerkrankungen noch weitere gesundheitliche Probleme auslösen.  Wohin gegen nicht vollständig aufgespaltene Proteine ebenfalls das adaptive Immunsystem aktivieren, aber unterschiedliche Immunantworten dabei herauskommen: So kann darauf entweder eine Autoimmunerkrankung, eine Allergie oder aber eine Lebensmittelintoleranz entstehen. Generell kann es bei der Produktion und Aktivierung von Antikörpern auch zu der Generierung von Autoimmunkörpern kommen. Hier sind dann beide, das adaptive und angeborene Immunsystem, aktiv.

Selbst normale Darmbakterien können die Produktion von Autoantikörpern hervorrufen, wenn sie aus dem Darm austreten.

Laut einer Studie haben die Proteine aus der probiotischen Darmkultur (Bifido- und Laktobakterien) eine verblüffende Ähnlichkeit mit denen für die Schilddrüse wichtigen Proteinen (thyroidale Peroxidase und Thyroglobulin). Diese Schilddrüsenhormone haben die Fähigkeit sich an die probiotische Proteinkette aus dem Darm anzuketten und so Antikörper zu bilden. Dies ist gleichzeitig der klinische Nachweis im Blut für die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Doch wieso haben nicht alle Menschen, die Prolamine oder andere Darm schädigende Lebensmittel konsumieren, eine Autoimmunerkrankung ?

Doch wieso haben nicht alle Menschen, die Prolamine (u. A. Gluten)  oder andere Darm schädigende Lebensmittel konsumieren, eine Autoimmunerkrankung oder Ähnliches? Zum einen gibt es einen Zusammenhang mit evolutionären Überlebensdrang aus schwierigen Epochen, wie z.B. der Nachkriegszeit, die den Darm resistenter gemacht hat. Zum anderen wurden erst im Laufe der Jahre Gluten und andere Prolamine in Pflanzen hochgezüchtet. Außerdem entwickelt sich bei manchen Menschen ein kaputter Darm erst über Jahre und Jahrzehnte. Man merkt diesen schleichenden Prozess an steigender Müdigkeit und vermehrter Ekzem Bildung. Chronischer Schlafmangel, Stress und Infektionen können diesen Prozess beschleunigen. Ob eine Krankheit ausbricht hat außerdem auch mit dem unbewussten Motiv , einem starken Gefühl dahinter, zu tun. Um herauszufinden was dies in Deinem individuellen Fall ist und Dein Darm nicht heilen kann, haben wir einen sehr speziellen psychologischen Test entwickelt , der außerdem gerade Teil meiner persönlichen Autoimmunstudie ist.

Fakt ist jedenfalls, dass diese Einschränkung im Darm einer Autoimmunerkrankung vorausgeht und ein weiterer entscheidender  Faktor bei der Entstehung einer Autoimmunerkrankung ist.

Gleichzeitig verursacht eine kaputte Darmbarriere einen Mikronährstoffmangel. Die Mikronährstoffe wären eigentlich notwendig um die zerstörte Darmwand zu reparieren und damit auch die Autoimmunerkrankung zu kurieren. So entstehen dann Probleme wie Fructoseintoleranz, Lactoseintoleranz, Störungen in der Fettverdauung, sowie Probleme bei der Aufnahme fettlöslicher Vitamine.

Das kannst Du tun um Deinen Darm zu reparieren

Der Darm ist ein wirklich unterschätztes Organ. Daher ist meine Empfehlung natürlich daran zu arbeiten welcher innerer Stressor in Deinem persönlichen Fall Deinen Darm nicht heilen lässt (dies macht den meisten Prozentsatz der Reise aus) und Deinen Darm durch Fasten, sowie eine darmheilende Ernährung wieder auf Vordermann zu bringen. Die Mikrovillis, die erste Schutzschicht im Darm allerdings ist irreparabel und bleibt vernarbt.

Dein spezielles Retreat bei Entzündungen und Schmerzen

In unserem speziell für Entzündungen und Schmerzen entwickeltem Retreat machen wir mit Dir vorab ausführliche Tests und lernen Dich kennen, damit wir uns optimal auf Dich und die Verbesserung Deiner Genesung vorbereiten können. In unseren Energysessions, die großer Bestandteil des Retreats sind, arbeiten wir über den Vagusnerv an Deinem Unterbewusstsein. Abgerundet wird dies alles durch darmschonende und aufbauende Ernährung inklusive intermittierendem Fasten.  Das Retreat findet vom 03. -10.06.2018 auf Mallorca statt. Hier geht es zu allen weiteren Informationen.

Du möchtest mich noch weiter kennenlernen, Dich mit Gleichgesinnten austauschen und gleichzeitig Deinen Vagusnerv trainieren? Hier geht es zu meiner Facebookgruppe. Dort machen wirjeden Sonntag um 11 Uhr eine tolle Übung zusammen.

 

 

 


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