Warum Dogmatismus ungesund ist

Zunächst einmal die Frage, woher kommt überhaupt der Drang eine so radikale Lebensweise zu führen, die scheinbar nur schwarz oder weiß kennt? Der Ursprung dieser Lebensweise liegt in der vermehrten Wahrnehmung der Ungerechtigkeit, die wir im Alter von 0-7 mit unserem gleichgeschlechtlichen Elternteil erlebt haben.

Doch was bedeutet das überhaupt?

Es bedeutet grob gesagt, dass diese Menschen es als Kind ungerecht empfunden haben nicht ihre wahre Individualität leben zu können. Dies entspricht natürlich nicht der Wirklichkeit, sondern hat etwas mit dem irrationalen Denken und Fühlen des Kindes in dem Alter und der entsprechenden Wahrnehmung zu tun. Das Kind interpretiert beispielsweise empfundene Gefühlskälte, Autorität, Kritik, Strenge, Intoleranz und Angepasstheit als ungerecht und als Zeichen nicht es selbst sein zu dürfen.

versucht um jeden PReis Recht und Gerechtigkeit zu suchen

In der Folge eignet es sich Schutzfunktionen an um sich nicht mehr so fühlen zu müssen. Ganz stark charakteristisch für dieses erlebte Empfinden in der Vergangenheit ist die Starrheit, sprichwörtlich „ein Dickkopf“. Aufgrund der interpretierten Ungerechtigkeit versucht er um jeden Preis Recht und Gerechtigkeit zu suchen. Dies versucht er durch Perfektionismus und einen hohen Anspruch an sich selbst zu erreichen. Er hat große Angst etwas falsch zu machen und von der Gesellschaft abgelehnt zu werden und kontrolliert sich daher anderen Menschen oder Lebewesen kein Unrecht zuzufügen.

Das erklärt auch, warum Menschen mit dieser Seelenwunde und dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn eher Vegetarier oder Veganer werden und dieses dann ganz starr, dogmatisch durchzuführen. (PS: Diese Art der Wahrnehmung ist auch Grundlage für alle entzündlichen Erkrankungen im Körper, dazu später einmal mehr)

Doch warum ist Dogmatismus so ungesund?

Alles was wir übertrieben und exzessiv machen entspricht nicht dem natürlichen Lebensrhythmus und noch wichtiger, wir achten in dem Moment gar nicht darauf ob uns etwas wirklich gut tut bzw. was der Körper gerade wirklich braucht. Außerdem sind die Schutzfunktionen die wir uns aneignen ein Trugschluss: Zum Einen denken wir, dass wir bewusst denken und handeln, dabei ist dies gar nicht möglich, wir handeln zu 95 % aus dem Unterbewusstsein. Zum Anderen, solange wir unserem Ego glauben schenken und so handeln wie wir angeblich denken, vertiefen wir die Wunde der Ungerechtigkeit und werden in der Folge noch starrer, noch perfektionistischer und dadurch leider noch kranker, da wir damit auch  einen ständigen Kampf gegen uns selbst führen. (Das soll aber noch nicht Thema dieses Beitrags werden)

Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen.

Als u. A. zertifizierter Paleo Coach habe ich direkt nach meiner Ausbildung alles so richtig straight durchgezogen. Und mit Sicherheit gab es ein Dutzend Kellner, die ich bzgl. Meiner Extrawünsche genervt habe. Letztendlich war das Streben nach Perfektion so hoch, dass ich aufgehört habe auch meine wahren Bedürfnisse zu hören. Ich habe beispielsweise jahrelang keinen Mais mehr gegessen, weil das nicht ins Protokoll gehört und ich gelernt habe, dass es falsch es ihn zu essen.  Ich habe mich quasi doppelt bestraft: Zum einen durch das radikale Ernährungsprogramm und dann wenn ich mich doch mal nicht daran gehalten habe (Das sind andere seelische Wunden, die dafür sorgen), habe ich mich dafür bestraft, dass ich etwas „falsches“ gegessen habe.

Diese Bestrafung äußerte sich oft in Rheumaschüben. Hier hatte ich dann meinen „Beweis“, dass es an der Ernährung lag.

Und natürlich ist es wichtig in der heißen Phase einer Erkrankung mit einer Ernährungsumstellung zu arbeiten, aber bitte nicht so streng für immer. Dies sorgt auf Dauer nur dafür, dass Du immer mehr in die Negativschleife kommst und immer mehr in die Selbstbestrafung gehst. Es gibt zum Beispiel Menschen, die tendenziell lieber Fleisch essen, aber irgendwo gelesen haben, dass dies schlecht ist und damit aufgehört haben es zu konsumieren. Dadurch unterdrücken sie die ganze Zeit sich selbst und ihre Bedürfnisse. In meinen Coachings gebe ich daher Anleitung dazu, wie Du intuitiv essen kannst und Dich dabei jederzeit wohl fühlst und erkläre auch anhand welches Essverhaltens Du merken kannst um welche seelische Wunde es sich bei Dir aktuell gerade handelt und wie Du damit umgehst.

Nahrung erzeugt die wirkung, die du ihr selbst gibst

Es gibt so viele Theorien und Studien über Ernährung in alle möglichen Richtungen, die mit Sicherheit alle irgendwo ihre Berechtigung haben. Sobald Du an etwas glaubst wird es zu Deiner Realität. Langfristig, nach einer strengeren Umstellungsphase in der Ernährung ist es wichtig, dass Du wieder lernst auf Dein Bauchgefühl zu hören und zu spüren was Dein Körper gerade braucht. Selbst wenn es mal ein Schokoriegel ist, so genieße ihn achtsam und mit dem Bewusstsein, dass es okay ist. Nur so kannst Du ein natürliches Essverhalten entwickeln ohne Fressatacken, ohne Selbstbestrafung, ohne Verheimlichung und Dein Körper wird automatisch mit der Zeit die gesunden und natürlichen Alternativen von selbst vorziehen. Zu diesem Thema wird es demnächst noch mehr geben, daher erstmal in Kürze gefasst.

Nichts von dem was ich schreibe ist wahr, bis es Dich berührt.

Herzlichst, Deine Verena

 

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